TAG Heuer, Team Ikuzawa und Bamford Watch Department haben sich für eine zweite Uhr erneut zusammengetan. Sie ist jedoch weit mehr als nur eine neue Farbvariante der Zusammenarbeit von 2023. Die am 30. Juli 2026 vorgestellte TAG Heuer Carrera Chronograph x Team Ikuzawa nutzt das 39mm große Carrera-Glassbox-Gehäuse. Ihr Zifferblatt ist von den Roadmaster-Stoppuhren inspiriert, die in den 1970er- und 1980er-Jahren im japanischen Motorsport eingesetzt wurden.
Die neue Referenz CBS221M.EB0435 ist weltweit auf 150 einzeln nummerierte Exemplare limitiert. Das weiß-rote Design besitzt einen hohen Wiedererkennungswert, doch das kleinere Gehäuse, das strukturierte Zifferblatt, das überarbeitete Uhrwerk und das ungewöhnliche Präsentationsset unterscheiden diese Uhr deutlich von ihrer Vorgängerin.
Alle Bilder wurden freundlicherweise von TAG Heuer zur Verfügung gestellt.
Ein zweites Kapitel, keine Neuauflage
Team Ikuzawa wurde von Tetsu Ikuzawa gegründet, einem der bedeutendsten japanischen Rennfahrer seiner Generation. Zu seiner Karriere gehörten der Große Preis von Japan, die Formel 3, die Formel 2, Le Mans und seine Tätigkeit als Porsche-Werksfahrer. Das Team wurde eng mit einer klaren rot-weißen Identität verbunden, die bis heute im Zentrum der Marke steht.
Seine Tochter Mai Ikuzawa hat diese Geschichte in ein breiter aufgestelltes Kreativunternehmen überführt, das Autos, Mode, Fotografie und Design umfasst. George Bamford und Bamford Watch Department vervollständigen die Zusammenarbeit und helfen dabei, die Grafik alter Rennausrüstung auf eine moderne Carrera zu übertragen.
Die drei Partner arbeiteten erstmals 2023 zusammen. Die damalige Carrera maß 42mm, war mit dem Uhrwerk Heuer 02 ausgestattet und auf 100 Exemplare für Japan limitiert. Die Edition von 2026 ist kleiner, setzt auf das Glassbox-Design und wird weltweit angeboten, auch wenn die Stückzahl weiterhin sehr gering ist.
Ein von einer Rennstoppuhr inspiriertes Zifferblatt
Das weiße Zifferblatt trägt ein Clou de Paris-Muster, das ihm statt einer einfachen bedruckten Oberfläche eine feine Struktur verleiht. Ein gewölbter schwarzer Rehaut trägt die 60-Sekunden-Skala und steigt zum Rand des gewölbten Glases an. Die üblichen applizierten Carrera-Indizes wurden durch gedruckte Indizes ersetzt, wodurch die Anzeige stärker an eine handgehaltene Stoppuhr erinnert.
Rot wird gezielt eingesetzt, erscheint aber fast überall dort, wo es zählt. Stunden- und Minutenzeiger, der zentrale Chronographenzeiger, die Logos und Teile der beiden Hilfszifferblätter tragen die charakteristische Farbe von Team Ikuzawa. Der 30-Minuten-Zähler des Chronographen liegt bei 3 Uhr, der 12-Stunden-Zähler bei 9 Uhr.
Bei 6 Uhr steht der Name Team Ikuzawa über einem schräg angeordneten Datumsfenster. Selbst die Datumsziffern sind rot gedruckt. Eine Anzeige der laufenden Sekunde und eine Tachymeterskala fehlen. Durch den Verzicht auf den Kleine-Sekunde-Zähler bleibt der untere Bereich des Zifferblatts offen und bietet dem Teamlogo genügend Raum, ohne überladen zu wirken.
Das 39mm große Carrera-Glassbox-Gehäuse
Das Edelstahlgehäuse misst 39mm im Durchmesser, ist 13,9mm hoch und erstreckt sich über 46mm von Bandanstoß zu Bandanstoß. Gebürstete und polierte Flächen bewahren die vertraute Carrera-Form. Da eine separate äußere Lünette fehlt, wirkt das Zifferblatt größer, als es die Gehäusemaße vermuten lassen.
Das prägende Merkmal des Glassbox-Designs ist das stark gewölbte Saphirglas. Es wölbt sich über den erhöhten Zifferblatt-Rehaut und ist beidseitig entspiegelt. So entsteht ein Teil des visuellen Charakters eines alten Rennchronographen mit Acrylglas, verbunden mit der Kratzfestigkeit, die man von modernem Saphirglas erwartet.
Ein rot lackierter Ring um die Krone setzt ein weiteres kleines Team-Ikuzawa-Detail. Der Saphirglasboden zeigt das Uhrwerk und trägt die Kennzeichnungen der Zusammenarbeit sowie die individuelle Nummer der limitierten Edition. Die Wasserdichtigkeit beträgt 100 Meter. Damit eignet sich die Uhr für den regelmäßigen Gebrauch und muss nicht vor jedem Spritzer geschützt werden.
Automatisches Chronographenwerk TH20-10
Im Inneren arbeitet das TAG Heuer Manufakturkaliber TH20-10. Dieses automatische Chronographenwerk verwendet ein Säulenrad und eine Vertikalkupplung. Beide Merkmale sorgen für eine klarere Betätigung der Drücker und lassen den zentralen Chronographenzeiger sanft anlaufen. Das Uhrwerk arbeitet mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und besitzt einen bidirektionalen Aufzug.
Die Gangreserve von 80 Stunden ist im Alltag praktisch. Die Uhr kann den größten Teil eines Wochenendes abgelegt bleiben und sollte beim erneuten Anlegen noch laufen. Das TH20-10 wurde auch an diese Zifferblattanordnung angepasst: Es kommt ohne Anzeige der laufenden Sekunde bei 6 Uhr aus, behält jedoch die zentrale Chronographensekunde, den 30-Minuten-Zähler, den 12-Stunden-Zähler und das Datum.
Metallarmband, zwei zusätzliche Armbänder und ein Werkzeugkasten
TAG Heuer liefert die Uhr an einem siebenreihigen Edelstahlarmband mit Faltschließe. Die Mischung aus kleinen polierten und gebürsteten Gliedern passt zur Vintage-Form des Glassbox-Gehäuses, ohne zur direkten Kopie eines alten Armbands zu werden.
Zwei zusätzliche Armbänder gehören zum Lieferumfang. Das erste besteht aus perforiertem weißem Leder mit roten Nähten und rotem Futter und ist deutlich von klassischen Fahrerhandschuhen inspiriert. Das zweite ist ein weißes Textilarmband mit roten Streifen, die auf den historischen Rennfarben von Team Ikuzawa basieren. Zusammen bieten das Metallarmband und die beiden zusätzlichen Armbänder drei sehr unterschiedliche Möglichkeiten, dieselbe Uhr zu tragen.
Auch die Verpackung gehört zum Reiz des Sets. Statt einer gewöhnlichen Uhrenbox wird es in einem roten Metallkoffer geliefert, der wie der Werkzeugkasten eines Mechanikers gestaltet ist. Ein Reiseetui und ein Set Team-Ikuzawa-Anhänger sind ebenfalls enthalten. Das wirkt verspielt, passt unmittelbar zum Rennsportthema und bleibt deutlich stärker in Erinnerung als eine weitere große lackierte Präsentationsbox.
Preis, Verfügbarkeit und Fazit
Die TAG Heuer Carrera Chronograph x Team Ikuzawa ist ab Ende Juli 2026 in ausgewählten TAG Heuer Boutiquen und bei autorisierten Händlern erhältlich. Die offiziellen regionalen Preise betragen 10.500 $ in den USA, 10.450 € in Europa, 8.850 £ im Vereinigten Königreich und 9.900 CHF in der Schweiz.
Das ist ein erheblicher Aufpreis gegenüber der regulären Carrera Glassbox. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hängt daher stark davon ab, welchen Wert der Käufer der Zusammenarbeit, den zusätzlichen Armbändern und der kleinen Stückzahl beimisst. Die Uhr wirkt jedoch nicht wie ein rascher Austausch des Logos. Die Indizes im Roadmaster-Stil, das Zifferblatt mit Clou de Paris, die fehlende laufende Sekunde, die roten Datumsziffern und die Präsentation im Werkzeugkasten tragen alle zum stimmigen Gesamtkonzept bei.
Für mich ist der Wechsel zum 39mm großen Glassbox-Gehäuse die stärkste Entscheidung. Er verleiht der Uhr eine klarere, traditionellere Carrera-Form und lässt das von einer Stoppuhr inspirierte Zifferblatt in den Mittelpunkt rücken. Mit nur 150 verfügbaren Exemplaren ist die Edition tatsächlich streng limitiert und dürfte unter Carrera-Sammlern sowie Anhängern der japanischen Motorsportgeschichte schnell vergriffen sein.
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