IWC stellte die Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar ProSet 140 Years Mercedes-Benz am 13. August 2026 vor. Die Referenz IW329603 ist auf 140 Exemplare limitiert – eines für jedes Jahr seit der Erfindung des Automobils im Jahr 1886. Die Jubiläumsedition verbindet ein 42-mm-Edelstahlgehäuse mit einem schwarz-goldenen Zifferblatt und IWCs neuem Ewigen Kalender ProSet, der sich sowohl vorwärts als auch rückwärts korrigieren lässt.
Das Zifferblatt ist der beste Teil
Mir gefällt das Design, insbesondere das Zifferblatt. Die glänzend schwarze Oberfläche trennt die vier Hilfszifferblätter optisch ausreichend voneinander, während Appliken aus massivem Gold und vergoldete Zeiger die Anzeige wärmer wirken lassen, ohne protzig auszusehen. Eine weiße Minuterie hält den Außenrand übersichtlich. Das Datum sitzt bei 3 Uhr, der Monat bei 6, der Wochentag bei 9 und die Double-Moon-Anzeige bei 12 Uhr. Zwischen 7 und 8 Uhr erscheint ein vierstelliges Jahresfenster.
Das gebürstete und polierte Stahlgehäuse misst 42 mm im Durchmesser und 14 mm in der Höhe. Besonders an meinem 6,5-Zoll-Handgelenk bleibt es eine stattliche Uhr, doch diese Maße lassen sich leichter am Arm vorstellen als das traditionell übergroße Big-Pilot-Format. Das gewölbte Saphirglas ist beidseitig entspiegelt; der Gehäuseboden aus Saphir trägt das erste gemeinsame Mercedes-Benz-Logo von 1926, das den dreizackigen Stern mit einem Lorbeerkranz verbindet. Dieses historische Detail wirkt auf der Rückseite geschmackvoller, als wenn es sich über das Zifferblatt verteilen würde.
ProSet löst ein bekanntes Kalenderproblem
Der Ewige Kalender erkennt unterschiedliche Monatslängen und Schaltjahre, doch der clevere Teil ist seine Einstellung. Das von vier Patenten geschützte zahnradbasierte Modul erlaubt es, sämtliche Kalenderanzeigen aus einer Kronenposition vorwärts oder rückwärts zu bewegen. Wird das Datum versehentlich zu weit vorgestellt, muss man nicht warten, bis die Uhr wieder aufgeholt hat. Die Double-Moon-Anzeige gilt für beide Hemisphären und soll erst nach 1.040 Jahren um einen Tag abweichen.
IWCs Automatikkaliber 82665 arbeitet mit 4 Hz, verwendet 34 Lagersteine und bietet 60 Stunden Gangreserve. Sein beidseitig aufziehendes Pellaton-System nutzt Keramikkomponenten; die Hemmung besteht aus Nickel-Phosphor und arbeitet mit einer Siliziumspirale. Diese Details sind wichtig, denn hier geht es nicht nur um ein Jubiläumsfarbschema. Das Uhrwerk ist der eigentliche technische Grund für die Existenz der Uhr.
Beim Armband bleibt eine Chance ungenutzt
Das schwarze Kautschukarmband besitzt IWCs werkzeugloses EasX-CHANGE-System und sollte sich daher einfach wechseln lassen. Funktional ist das nützlich. Optisch halte ich das schlichte Design weder für den perfekten Partner des Zifferblatts noch für das Automobilthema. IWC hätte ein markanteres Armband mit dezenter Perforation, wohlüberlegten Nähten oder einem anderen von einem Mercedes-Innenraum inspirierten Detail gestalten können. Selbst ein unauffälliger Mercedes-Stern auf der Unterseite würde Charakter verleihen, ohne die Vorderseite der Uhr in Markenware zu verwandeln.
Preis, Verfügbarkeit und mein Fazit
Der offizielle Europapreis beträgt 40.900 € einschließlich Mehrwertsteuer, in Großbritannien kostet die Uhr 32.100 £ einschließlich Mehrwertsteuer. Auf der US-Seite von IWC ist sie derzeit nur auf Anfrage und ohne Dollarpreis aufgeführt. Bei lediglich 140 verfügbaren Exemplaren bleibt diese ProSet-Version selten.
Ich bin keine Mercedes-Anhängerin, daher überzeugt mich nicht das Jubiläum selbst. Das schafft die Uhr. Das schwarz-goldene Zifferblatt ist wunderschön, der Kalender clever, und das 42-mm-Stahlgehäuse macht die Big-Pilot-Idee leichter zugänglich. Mit einem besseren Armband würde das ganze Design vollständig wirken. So bleibt es eine wunderschöne Uhr, die ausgerechnet an jenem Element hängt, das ich sofort ändern würde.
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