Ich besitze sowohl die Citizen Garrison als auch die TAG Heuer Autavia WBE5116.EB0173, und ihre Unterschiede gehen weit über den Preis hinaus. Die Citizen Garrison setzt auf das lichtbetriebene Eco-Drive-Uhrwerk von Citizen und ein bemerkenswert leichtes Super-Titanium-Gehäuse. Die TAG Heuer Autavia dagegen ist eine automatische Schweizer Fliegeruhr mit COSC-zertifiziertem Calibre-5-Uhrwerk, 42-mm-Stahlgehäuse und markantem blauem Fumé-Zifferblatt. Die eine ist erschwinglich und praktisch und auf unkompliziertes tägliches Tragen ausgelegt. Die andere ist ein nicht mehr produziertes Premiummodell mit ausgeprägter Luftfahrttradition.

Gerade deshalb ist dieser Vergleich ungewöhnlich, aber aufschlussreich. Kann eine erschwingliche Citizen Garrison dieselbe Präsenz am Handgelenk, Ablesbarkeit und Freude im Alltag bieten wie eine deutlich teurere TAG Heuer Autavia? Und wie stark verändern das automatische Uhrwerk, die Verarbeitung, die Tradition und die Premiumpositionierung der Autavia das Erlebnis als Besitzer tatsächlich?

In diesem Vergleich untersuche ich Design, Komfort, Materialien, Uhrwerke, Ablesbarkeit und den praktischen Gegenwert beider Uhren. Wer nach den besten erschwinglichen Fliegeruhren sucht oder wissen möchte, ob eine preiswerte Alternative mit einem Schweizer Premiummodell konkurrieren kann, findet in diesen beiden Uhren eine faszinierende Antwort.

Gehäusegröße, Qualität und Tragekomfort

Beide Uhren sind sehr gut verarbeitet, doch ich bevorzuge ehrlich gesagt das Gehäuse der Citizen. Die TAG Heuer Autavia bietet die solide Konstruktion und saubere Verarbeitung, die man von einer Schweizer Premiumuhr erwartet. Ihr Edelstahlgehäuse wirkt hochwertig und massiv, während die Übergänge zwischen gebürsteten und polierten Flächen für eine kultivierte Ausstrahlung sorgen. In dieser Preisklasse und bei einer Marke wie TAG Heuer darf man diese Qualität erwarten – und die Autavia liefert sie.

Obwohl beide Gehäuse 42 mm messen, fühlen sich die Uhren am Handgelenk sehr unterschiedlich an. Die Garrison ist nur 10 mm hoch und wiegt mit ihrem Lederarmband 52 Gramm. Die Autavia ist 13,4 mm hoch; die ab Werk mit Lederarmband ausgestattete Version wiegt etwa 102 Gramm. Meine WBE5116.EB0173 wurde ursprünglich mit einem Stahlarmband geliefert, für diesen Vergleich habe ich jedoch ein Lederarmband montiert. Selbst wenn beide Uhren an Leder getragen werden, ist die Autavia ungefähr doppelt so schwer. Die Citizen wirkt dadurch spürbar leichter und ermüdet über einen ganzen Tag hinweg weniger.

Die Garrison ist die größere Überraschung. Ihr Gehäuse besteht aus Super Titanium mit der TiC-Variante (Titankarbid) von Citizens eigener Duratect-Oberflächenhärtung. Laut Citizen ist Super Titanium rund 40 % leichter als Edelstahl, während seine Oberfläche fünfmal härter ist und auf der Vickers-Härteskala etwa 1.000 bis 1.100 HV erreicht. HV beschreibt den Widerstand eines Materials gegen Eindringen; ein höherer Wert steht somit für eine Oberfläche, die schwerer zu zerkratzen ist. Zum Vergleich: Herkömmlicher 316L-Edelstahl, wie er häufig für Schweizer Uhrengehäuse verwendet wird, liegt gewöhnlich bei etwa 190 bis 220 HV. Das erklärt Citizens Angabe einer fünffach höheren Härte und verschafft der Garrison gegenüber einem konventionellen Stahlgehäuse wie dem der Autavia einen deutlichen Vorteil bei alltäglichen Kratzern und kleinen Spuren. Vollständig kratzfest ist keine der beiden Uhren, der Unterschied in der Oberflächenhärte ist jedoch erheblich.

Beim Vergleich der Kronen fällt das Ergebnis anders aus. Die übergroße Krone der Autavia fühlt sich eindeutig hochwertig an: Sie ist kräftiger geformt, griffiger und lässt sich geschmeidiger bedienen. Dank ihrer Größe ist sie selbst mit Handschuhen leicht zu handhaben – genau das, was die Krone einer guten Fliegeruhr leisten sollte. Hier gewinnt die TAG Heuer klar. Die Krone der Citizen ist kleiner, lässt sich dank ihrer ausgeprägten Riffelung aber ebenfalls sicher greifen und bedienen. Uhrzeit und Kalender können unkompliziert eingestellt werden. Damit bleibt sie eine gute und praktische Krone für eine erschwingliche Fliegeruhr, auch wenn sie die haptische Qualität der Autavia nicht erreicht.

Mich beeindruckt, dass sich die Citizen trotz ihres geringen Gewichts nicht billig anfühlt. Der zurückhaltende Titanton, die klar gezeichnete Gehäuseform und das zweckmäßige gebürstete Finish passen hervorragend zum Design einer Fliegeruhr. Die Autavia wirkt dichter und im traditionellen Sinne luxuriöser, die Citizen dagegen bequemer, praktischer und für ihren Preis ungewöhnlich gut ausgeführt. Citizen hat das Gehäuse tatsächlich zu einer der größten Stärken dieser Uhr gemacht, und von den beiden bevorzuge ich persönlich dieses.

Saphirglas, Ablesbarkeit des Zifferblatts und Leuchtmasse

Beide Uhren besitzen Saphirglas, und diese Ausstattung verdient Anerkennung. Saphir ist außergewöhnlich hart und bei normalem täglichem Gebrauch nahezu unmöglich zu zerkratzen, sodass das Glas viele Jahre klar bleiben sollte. Ein Diamant kann zwar Spuren hinterlassen, doch solange Ihr Alltag keine Ringkämpfe mit losen Diamanten umfasst, ist das kaum ein Grund zur Sorge. Schlüssel, Schreibtische und die üblichen Feinde eines Uhrglases werden wahrscheinlich keine Kratzer verursachen. Damit eignet sich Saphir ideal für eine Uhr, die man tatsächlich tragen möchte.

Bei der Präsentation ist die TAG Heuer die klare Siegerin. Ihr gewölbtes Saphirglas verleiht dem Zifferblatt zusammen mit der Antireflexbeschichtung zusätzliche Tiefe und erzeugt aus unterschiedlichen Blickwinkeln einen attraktiven optischen Effekt. Es wirkt wirklich hochwertig und ist meiner Meinung nach eindrucksvoller als die Gläser vieler anderer Premiumuhren derselben Preisklasse. Die Form unterstreicht zudem den Vintage-Charakter der Autavia als Fliegeruhr.

Die Garrison verwendet ein flaches Saphirglas und erzeugt deshalb nicht dieselbe optische Tiefe wie die TAG. Trotzdem ist ein Saphirglas bei einer Uhr zum Preis der Citizen bemerkenswert. Viele erschwingliche Uhren begnügen sich noch immer mit Mineralglas, während die BM8560 die Kratzfestigkeit und Klarheit von Saphir bietet, ohne in eine wesentlich höhere Preisklasse vorzustoßen. In diesem Preisbereich ist das Glas der Citizen nur äußerst schwer zu übertreffen.

Die Ablesbarkeit ist bei beiden Uhren ausgezeichnet – genau das sollte eine Fliegeruhr bieten. Große arabische Ziffern, breite Zeiger und starke Kontraste machen die Uhrzeit auf einen Blick erkennbar. Bei keiner muss man innehalten, die Augen zusammenkneifen und erst mit dem Zifferblatt verhandeln, bevor es die Zeit verrät.

Die Datumsanzeige der Autavia ist größer und leichter zu lesen. Wenn nur das Datum gefragt ist, verschafft das der TAG einen kleinen Vorteil. Die Anzeige der Citizen fällt kompakter aus, zeigt jedoch sowohl den Wochentag als auch das Datum. Diese zusätzliche Information wird besonders wichtig, wenn man die unbedingte Bestätigung braucht, dass endlich Freitag ist und das Wochenende offiziell beginnen kann.

Bei der Leuchtmasse ist die Autavia äußerst schwer zu schlagen. Sie besitzt wahrscheinlich die beste Leuchtkraft, die ich je bei einer Uhr gesehen habe – nicht nur in ihrer Preisklasse. Sie lädt sich schnell auf, leuchtet sehr hell und bleibt lange sichtbar. Selbst deutlich teurere Uhren können kaum mithalten, daher ist dies ein überzeugender Sieg für TAG Heuer.

Die Leuchtmasse der Citizen ist dennoch gut und zu diesem Preis zweifellos sehr gut. Stunden- und Minutenzeiger liegen ungefähr auf dem Niveau der Autavia: Sie leuchten anfangs kräftig und bleiben im Dunkeln gut erkennbar. Den Unterschied machen die Stundenmarkierungen, die weder so hell sind noch so lange sichtbar bleiben wie bei der TAG. Zudem trägt bei der Autavia auch der Sekundenzeiger Leuchtmasse, bei der Citizen nicht. Doch erneut gilt: Die Leuchtkraft der Autavia findet man bei Uhren unabhängig vom Preis nur selten – sie spielt in einer anderen Liga. Die Citizen ist beeindruckend genug, um deutlich teurere Uhren in Verlegenheit zu bringen.

Uhrwerke und Ganggenauigkeit

Die beiden Uhrwerke verfolgen völlig unterschiedliche Konzepte. In der Autavia arbeitet das automatische TAG Heuer Calibre 5, zertifiziert vom Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres, besser bekannt als COSC. Für ein mechanisches Uhrwerk dieser Art schreibt der offizielle COSC-Standard eine mittlere tägliche Gangabweichung von -4 bis +6 Sekunden vor. In meinem Test gewinnt die Autavia ungefähr +4 Sekunden pro Tag und liegt damit sicher innerhalb des zertifizierten Bereichs.

Die Ganggenauigkeit ist nur ein Teil ihres Reizes. Der Handaufzug fühlt sich wahrscheinlich geschmeidiger an als bei jeder anderen Uhr, die ich bisher erlebt habe. Das Drehen der Krone ist flüssig, kultiviert und leise, ohne das raue oder leicht sandige Gefühl mancher anderer Automatikwerke. Sie gehört zu den seltenen Uhren, die man selbst dann aufziehen möchte, wenn es gar nicht nötig wäre, einfach weil sich der Vorgang so angenehm anfühlt. Das Calibre 5 bietet etwa 38 Stunden Gangreserve. Regelmäßiges Tragen hält es in Gang, während ein ruhiges Wochenende ohne die Uhr am Handgelenk am Montagmorgen ein erneutes Einstellen nötig machen kann.

Citizen wählt mit dem E101 Eco-Drive-Uhrwerk den praktischen Weg. Licht dringt durch das Zifferblatt und wird in Energie umgewandelt; sowohl Sonnenlicht als auch gewöhnliche Innenbeleuchtung können den internen Energiespeicher aufladen. Vollständig geladen läuft die BM8560 in völliger Dunkelheit etwa sechs Monate. Bei regelmäßiger Lichteinwirkung lädt sie sich fortlaufend nach und kann jahrelang ohne routinemäßigen Batteriewechsel funktionieren. Mit anderen Worten: Ein halbes Jahr in einer Schublade verkraftet sie problemlos – auch wenn es eine ungewöhnliche Strategie wäre, eine Uhr eigens zu kaufen, um sie dort zu verstecken.

Citizen gibt für das E101 bei normalen Betriebstemperaturen offiziell eine Genauigkeit von ±15 Sekunden pro Monat an. Meine Uhr schlägt sich sogar besser und gewinnt etwa +3 Sekunden im Monat. Das hervorragende Ergebnis der Autavia von +4 Sekunden pro Tag summiert sich dagegen auf ungefähr zwei Minuten monatlich. Für eine mechanische Uhr ist das beeindruckend, doch bei reiner Genauigkeit und Bequemlichkeit gewinnt die solarbetriebene Citizen mühelos. Die TAG Heuer bietet mechanischen Charakter, COSC-Zertifizierung und ein außergewöhnlich sanftes Aufzugserlebnis. Die Garrison erledigt einfach ihre Aufgabe und verlangt dafür fast nichts außer ab und zu etwas Licht. Selbst eine Zimmerpflanze ist anspruchsvoller.

Design und Preis-Leistungs-Verhältnis

Meiner Meinung nach ist die Autavia wahrscheinlich die schönste Fliegeruhr, die je gebaut wurde. Ihr blaues Fumé-Zifferblatt, die großen Ziffern im Vintage-Stil, die breiten Zeiger und die Keramiklünette harmonieren nahezu perfekt. Je nach Lichteinfall verändert sich die Farbe subtil, und das gewölbte Glas verleiht zusätzliche Tiefe. Schönheit ist immer subjektiv, doch für mich ist dieses Fliegeruhrendesign äußerst schwer zu übertreffen.

Umso beeindruckender ist die Leistung der Garrison. Die grüne europäische Referenz lautet BM8560-11X und kostet etwa 199 € beziehungsweise 179 bis 199 £ im Vereinigten Königreich. In den USA trägt die Garrison mit grünem Zifferblatt die Referenz BM8560-02X. Citizen bietet sie derzeit für 316 $ statt des regulären Preises von 395 $ an. In dieser Klasse ist das Design verblüffend. Die Uhr ist elegant und schön, ohne den klaren, praktischen Charakter einer Fliegeruhr zu verlieren. Besonders markant sind das grüne Zifferblatt und die orangefarbenen Akzente an den Markierungen. Sie verleihen der Uhr reichlich Persönlichkeit und eine wirklich gelungene Farbkombination.

Beim Namen Garrison und all dem Grün ist eine Anspielung auf South Park fast unvermeidlich. Glücklicherweise ist dieser Mr. Garrison zuverlässig, im Alltag unkompliziert und erheblich weniger umstritten.

Citizen bietet dasselbe Design auch in mehreren anderen Farb- und Armbandkombinationen an, wobei der letzte Buchstabe der Referenz je nach Markt variieren kann. Die BM8560-29E beziehungsweise BM8560-29EC besitzt ein schwarzes Zifferblatt und ein schwarzes Lederarmband; die BM8560-45L beziehungsweise BM8560-45LC kombiniert ein blaues Zifferblatt mit einem passenden blauen Lederarmband. Beide kosten in Europa etwa 229 €. Varianten mit Metallarmband sind als BM8560-88E mit schwarzem und BM8560-88L mit blauem Zifferblatt erhältlich, in Teilen Europas ebenfalls für rund 229 €. In den USA heißt die Version mit schwarzem Zifferblatt und Titanarmband BM8560-53E und kostet derzeit 360 $ statt 450 $. Käufer können somit zwischen der grünen Variante, dem traditionellen schwarzen Fliegeruhren-Look und einer eleganteren blauen Ausführung wählen.

Dieses konkrete Autavia-Modell, die WBE5116.EB0173, wird nicht mehr produziert. TAG Heuer nennt jedoch weiterhin den offiziellen Preis von 4.450 €, 4.450 $ beziehungsweise 4.100 £, je nach Markt. Damit kostet sie mehr als das 22-Fache der grünen europäischen Garrison. Für mich bleibt die Autavia in puncto Schönheit die klare Siegerin, und fast jede Fliegeruhr hätte Mühe, sie zu übertreffen. Bemerkenswert ist, dass die Citizen neben ihr bestehen kann, ohne billig oder einfallslos zu wirken. Sie kostet vielleicht nur ungefähr ein Zweiundzwanzigstel, doch glücklicherweise hat das niemand ihrer Designabteilung verraten.

Fazit

Nachdem ich die Garrison über ein Jahr und die Autavia über zwei Jahre getragen und getestet habe, sehe ich die Garrison nicht als billige Fliegeruhren-Alternative zur Autavia. Sie als billig zu bezeichnen, würde deutlich unterschätzen, was Citizen geschaffen hat. Dies ist eine erschwingliche Premiumuhr für Einsteiger mit gehärtetem Super-Titanium-Gehäuse, Saphirglas, hervorragendem Tragekomfort, zuverlässigem Eco-Drive-Uhrwerk und einem Design mit echter Persönlichkeit.

Die Autavia bleibt für mich etwas ganz Besonderes. Sie ist weiterhin die schönere Uhr, ihre Verarbeitung wirkt hochwertiger, und ihr mechanisches Uhrwerk bietet ein Erlebnis, das die Citizen gar nicht nachzuahmen versucht. Ich würde meine Autavia nicht verkaufen, selbst wenn mir heute jemand den vollständigen ursprünglichen Listenpreis böte. Die Garrison ersetzt sie nicht, beweist aber, dass erheblich weniger Geld nicht zwangsläufig eine Uhr ohne Persönlichkeit oder Qualität bedeutet.

Tatsächlich denke ich inzwischen darüber nach, zusätzlich die Garrison mit schwarzem Zifferblatt und Super-Titanium-Armband zu kaufen, die in Europa als BM8560-88E und in den USA als BM8560-53E verkauft wird. Das vielleicht größte Kompliment für diese Citizen lautet: Weil ich eine besitze, erwäge ich den Kauf einer weiteren Ausführung derselben Uhr. Citizen sollte mehr Uhren dieser Art bauen. Sie ist praktisch, eigenständig, wunderschön gestaltet und dort wirklich hochwertig, wo es zählt, bleibt dabei aber erschwinglich. Die Garrison beweist, dass sich eine erschwingliche Uhr nicht billig anfühlen muss. Sie kann stattdessen ein echtes Premiumgefühl vermitteln.

Wie ich diese Uhren fotografiert habe

Für die Fotos in diesem Artikel habe ich meine Panasonic Lumix S9 mit dem 18–40-mm-Zoomobjektiv und dem 18-mm-f/1.8-Festbrennweitenobjektiv verwendet. Die Aufnahmen am Handgelenk entstanden mit meinem Samsung Galaxy S23 Ultra, um eine vertrautere, alltagsnahe Perspektive zu zeigen, denn viele Menschen fotografieren ihre Uhren mit dem Smartphone statt mit einer Kamera.