Seiko hat eine der eigenartigsten Ideen von Honda in eine Uhr verwandelt. Die neue Seiko 5 Sports Honda Motocompo Limited Edition HDB010 übernimmt die Farben und kleinen Details des faltbaren Rollers aus den 1980er-Jahren und bringt sie in einer kompakten automatischen Felduhr unter.

Sie ist weit mehr als ein gelbes Zifferblatt mit zwei berühmten Logos. Die Krone kopiert einen Hinweis von der Kraftstoffsteuerung des Rollers, das Armband greift dessen Ladeanweisungen auf und die Box sieht wie der Karton aus, in dem der Motocompo verschickt wurde. Selbst der Gehäuseboden wurde zu einem leuchtend roten Fenster auf das 4R36-Uhrwerk.

Ein 45 Jahre alter Roller wird zur Uhr

Honda stellte den Motocompo 1981 zusammen mit dem ersten Honda City vor. Das 49-cm³-Zweitaktmotorrad war so konstruiert, dass es in den Kofferraum des City passte. Lenker und Fußrasten ließen sich in die rechteckige Karosserie einklappen, während spezielle Systeme verhinderten, dass Kraftstoff, Öl oder Batterieflüssigkeit im Auto austraten. Honda bezeichnete die Idee als neuen Lebensstil auf sechs Rädern: ein Kleinwagen in Verbindung mit einem Motorrad, das sich im Kofferraum transportieren ließ.

Der Roller hatte ein Trockengewicht von 42 kg, leistete 2,5 PS und war nur 1,185 Meter lang. Seine kleinen Räder und kastenförmigen Verkleidungen machten ihn unverwechselbar. Die Produktion lief von 1981 bis 1983, doch der Motocompo gewann noch lange nach seinem Verschwinden aus den Verkaufsräumen neue Fans. Die HDB010 erscheint zum 45. Jubiläum und nutzt vor allem die gelbe Version des Rollers als Inspirationsquelle.

Ein kompaktes Field-Series-Gehäuse in Motocompo-Farben

Die HDB010 gehört zur Seiko 5 Sports Field Series. Ihr Edelstahlgehäuse trägt eine schwarze Hartbeschichtung und misst 36,4 mm im Durchmesser, 12,5 mm in der Höhe und 44,4 mm über die Bandanstöße. Diese Proportionen fallen kleiner aus als bei vielen modernen Seiko-5-Modellen und passen zum kompakten Gegenstand der Zusammenarbeit. Auch das 18-mm-Armband hält das Design schmal und ausgewogen.

Gewölbtes Hardlex schützt das Zifferblatt. Hardlex ist Seikos gehärtetes Mineralglas und bietet deshalb eine höhere Stoßfestigkeit als gewöhnliches Mineralglas, ist aber weniger kratzfest als Saphirglas. Die Wasserdichtigkeit beträgt 10 bar beziehungsweise 100 Meter, die Magnetfeldresistenz ist mit 4.800 A/m angegeben. LumiBrite befindet sich auf den Zeigern und Stundenindizes.

Auf dem Zifferblatt ist die Verbindung zum Motocompo nicht zu übersehen. Leuchtendes Gelb füllt den größten Teil der Fläche, durch deren Mitte ein dunkelgrauer Balken mit dem Honda-Schriftzug verläuft. Große schwarze arabische Ziffern sorgen für die gut ablesbare Gestaltung einer Felduhr. Die schwarze Wochentags- und Datumsanzeige sitzt bei 3 Uhr, während die grauen Stunden- und Minutenzeiger breite Flächen mit Leuchtmasse tragen.

Das Wort „Automatic“ über 6 Uhr verwendet eine blockartige Gestaltung nach dem Vorbild des Motocompo-Logos. Kleine farbige Quadrate in den Buchstaben setzen blaue, gelbe und rote Akzente. Die rote pfeilförmige Spitze des Sekundenzeigers sorgt für einen weiteren kleinen Farbtupfer, ohne die Ablesbarkeit des Zifferblatts zu beeinträchtigen.

Die besten Anspielungen stecken in den kleinen Details

Seiko hat nicht beim Zifferblatt aufgehört. Die schwarze Krone trägt das Wort „TURN“, das von der Kraftstoffsteuerung des Rollers übernommen wurde. Am grauen Nylonarmband befinden sich schwarze Beschläge mit der Aufschrift „CARRYING POINT“. Sie verweisen auf die Stellen, an denen das zusammengefaltete Motorrad im Auto gesichert wurde. An der Spitze des Armbands steht „INSERTION POINT“. Ohne den historischen Hintergrund könnten diese Wörter zufällig wirken, doch mit dem ursprünglichen Zweck des Motocompo ergeben sie Sinn.

Die Rückseite ist noch dramatischer. Ein rot getöntes Fenster zeigt das Uhrwerk unter einer silbernen Motocompo-Silhouette und einem großen Honda-Logo. Auf dem Außenring stehen der Hinweis auf die limitierte Auflage und die individuelle Seriennummer. Außerdem bestätigt er die Wasserdichtigkeit von 10 bar. Das Ergebnis ist geschäftig, doch ein zurückhaltender Gehäuseboden hätte nicht zum Rest dieser Uhr gepasst.

Das vertraute Seiko 4R36 Automatikwerk

Im Inneren arbeitet Seikos 4R36, ein praktisches Automatikwerk, das in vielen Seiko-5-Uhren verwendet wird. Es lässt sich auch von Hand aufziehen, und beim Herausziehen der Krone stoppt der Sekundenzeiger, sodass sich die Zeit genauer einstellen lässt. Das Uhrwerk besitzt 24 Lagersteine, läuft mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und bietet etwa 41 Stunden Gangreserve.

Die Wochentags- und Datumsfunktionen sind durch die schwarze Anzeige bei 3 Uhr sichtbar. Seiko gibt für das 4R36 beim Tragen unter den festgelegten Temperaturbedingungen eine offizielle Ganggenauigkeit von +45 bis -35 Sekunden pro Tag an. Diese Spanne ist deutlich größer als bei einer Chronometer-Spezifikation, doch das 4R36 ist für seine einfache Konstruktion, nützlichen Funktionen und breite Serviceunterstützung bekannt. Für eine Seiko 5, die regelmäßig getragen werden soll, ist es eine passende Wahl.

Der Versandkarton wird Teil des Gesamtpakets

Die besondere Präsentation verdient Aufmerksamkeit, weil sie die Idee vollendet. Die braune Außenbox ist so bedruckt, dass sie dem Wellpappkarton ähnelt, in dem der Honda Motocompo einst verschickt wurde. Eine große schwarze Zeichnung des Rollers bedeckt die Vorderseite, nahe dem unteren Rand steht der ursprüngliche japanische Motocompo-Name. Im Inneren befindet sich eine leuchtend gelbe Uhrenbox mit schwarzer Einlage.

Viele Kooperationsuhren werden in übergroßen Verpackungen geliefert, die kaum einen Bezug zum Produkt haben. Hier erklärt die Box einen Teil der Geschichte. Sie sieht aus, als stamme sie 1981 aus einer Honda-Ersatzteilabteilung – genau der richtige Ansatz für ein so ungewöhnliches Thema.

Preis, Erscheinungsdatum und Produktion

Seiko bringt die HDB010 im September 2026 auf den Markt. Die Produktion ist weltweit auf 8.000 Uhren begrenzt, und jedes Exemplar erhält seine eigene Nummer auf dem Gehäuseboden. Der offizielle Preis beträgt im Vereinigten Königreich 340 £ und in Deutschland 390 €. Auf der US-Seite von Seiko ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung kein Preis angegeben. Umgerechnet entspricht der britische Preis etwa 450 $. Das ist ein nützlicher Richtwert, aber kein bestätigter US-Listenpreis.

Die wichtigste internationale Referenz lautet HDB010, während auf Seikos Bilddateien und in einigen regionalen Angeboten der vollständige Produktcode HDB010K1 erscheint. Wer nach der Uhr sucht, kann auf beide Varianten stoßen. Auch die Verfügbarkeit kann je nach Land variieren, da die Markteinführung im September über regionale Seiko-Websites und Händler abgewickelt wird.

Fazit

Die HDB010 funktioniert, weil die Motocompo-Details einen Zweck erfüllen. Das gelbe Zifferblatt verleiht ihr sofort Energie, doch der Text auf der Krone, die Markierungen am Armband, der rote Gehäuseboden und die Versandkarton-Box machen die Zusammenarbeit zu mehr als einem Farbwechsel. Das 36,4-mm-Gehäuse ist außerdem eine willkommene Wahl für alle, denen viele moderne Automatikuhren zu groß sind.

Ich würde sie Seiko-Sammlern, Honda-Fans und allen empfehlen, die eine kleine Automatikuhr suchen, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. Eine Auflage von 8.000 Stück ist nicht extrem limitiert, doch das Design ist ungewöhnlich genug, um sich von einer gewöhnlichen Seiko 5 abzuheben. Bei etwa 450 $, 390 € oder 340 £ bezahlt der Käufer einen Aufpreis für die Honda-Verbindung und die besondere Verpackung. In diesem Fall gibt es genügend sorgfältig ausgewählte Details, um diesen Unterschied für die richtige Person zu rechtfertigen.