Die WARO (Watching Romania) in Bukarest zu besuchen, ist für alle, die die Uhrmacherei wirklich lieben, jedes Mal ein spannendes Erlebnis. Sie gehört zu jenen Uhrentreffen, bei denen man Zeitmesser nicht nur durch Vitrinenglas bewundert, sondern tatsächlich mit ihren Schöpfern spricht, das Gewicht der Gehäuse spürt und Mikromarken entdeckt, die nur selten im Blickpunkt der breiten Öffentlichkeit stehen.

Bei unserem jüngsten Besuch fiel uns zwischen den Ausstellungstischen eine Marke besonders auf: Vertigo Watches.

Vertigo stammt aus Rom in Italien und ist eine unabhängige Mikromarke, die auf solide mechanische Konstruktionen, eine eigenständige Ästhetik und ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis setzt. Beim Durchsehen der Kollektion stachen drei Modelle heraus. Hier berichten wir aus erster Hand und ohne Übertreibung, was Vertigo am Handgelenk zu bieten hat. 

Vertigo Pilot One V2 Full Lume

Die Pilot One V2 Full Lume zieht selbst bei normalem Umgebungslicht sofort die Blicke auf sich. Fliegeruhren und Uhren im Pilotenstil setzen meist auf besonders klare Ablesbarkeit, doch Vertigo geht hier noch einen Schritt weiter und versieht die gesamte Zifferblattfläche mit Leuchtmasse.

 Sie besitzt ein 41 mm großes Edelstahlgehäuse mit einer Höhe von 14 mm. Das verleiht ihr eine solide Präsenz am Handgelenk, ohne dass sie sich übermäßig klobig anfühlt. 

Im Inneren arbeitet das mechanische Handaufzugs-Chronographenwerk Seagull ST1901. Das Handaufzugswerk durch den Sichtboden zu beobachten, verstärkt jene greifbare Verbindung zur Mechanik, die sich viele begeisterte Sammler wünschen. 

VERTIGO Tornante Black: Die Energie des klassischen Motorsports

Die Tornante Black verlässt die Luftfahrt und führt in die Welt des klassischen Rennsports, wobei Geschwindigkeit und die Ästhetik historischer Rallyes in den Vordergrund rücken.

Der Name Tornante ist das italienische Wort für Haarnadelkurve. Das Design greift Elemente der automobilen Zeitmessung aus den 1970er-Jahren auf. Auf dem mattschwarzen Zifferblatt sitzen Hilfszifferblätter in Bicompax-Anordnung, die an klassische Armaturen erinnern.

Vertigo hat sich bei diesem Modell für ein Seiko VK64 Meca-Quartz entschieden. Für einen Rennsportchronographen ist das eine kluge Wahl: Man erhält die jederzeit einsatzbereite Zuverlässigkeit der Quarzzeitmessung, kombiniert mit einem mechanischen Chronographenmodul, das einen knackigen Druckpunkt und einen flüssig laufenden zentralen Sekundenzeiger bietet. 

Mit 41 mm Gehäusedurchmesser, einer Länge über die Bandanstöße von 47 mm und flachem Saphirglas trägt sie sich kompakt und liegt flach am Handgelenk an.

VERTIGO Medusa Green: Mein Favorit am Handgelenk

Wer WatchRider.com verfolgt, kennt meine Schwäche für grüne Zifferblätter bereits. Als ich die Vertigo Medusa Green sah, stand deshalb sofort fest, dass ich sie ans Handgelenk legen musste.

Medusa ist Vertigos eigene Taucheruhrenreihe, inspiriert von italienischer Handwerkskunst und maritimer Mythologie. Von den drei Modellen fühlte sich dieses an meinem Handgelenk am stimmigsten an, besonders dank des gravierten Gehäusebodens mit einer detailreichen Darstellung der Medusa. Dieses fantastische kleine Detail verleiht der Instrumentenuhr echten Charakter. 

Der Grünton findet genau die richtige Balance: kräftig genug, um draußen das Licht einzufangen, zugleich aber dezent genug, um weder grell noch ablenkend zu wirken.

Als echtes Tauchinstrument konzipiert, bietet sie ein robustes 41-mm-Edelstahlgehäuse, eine verschraubte Krone, ein Miyota-Automatikwerk und eine Wasserdichtigkeit von 300 m (30 ATM).

Abschließende Gedanken

Vertigo Watches auf der WARO in Bukarest zu entdecken, hat uns daran erinnert, warum Messen für unabhängige Uhrenmarken wichtig sind. Sie geben uns die Gelegenheit, die Balance einer Uhr am Handgelenk zu spüren und Farben bei echtem Licht statt auf Studio-Renderings zu sehen.

Ob besonders gut ablesbare Fliegeruhr, angenehm tragbarer Rennsportchronograph oder tiefgrüne Taucheruhr: Vertigo bietet echte Persönlichkeit ohne unnötigen Preisaufschlag.