Mido erweitert die Multifort-8-One-Crown-Reihe für den Sommer 2026 um eine vollständig schwarze Version. Die Referenz M055.507.37.051.00 übernimmt das kantige Gehäuse und die schlichte Drei-Zeiger-Anordnung des bestehenden Modells und verleiht fast jedem äußeren Bauteil ein schwarzes Finish. Das Ergebnis ist deutlich dunkler als die Stahlversionen, bleibt dank polierter Zeiger, erhabener Stundenindizes und weißer Datumsanzeige aber gut ablesbar.

Dabei handelt es sich nicht nur um eine neue Zifferblattfarbe. Mido versieht das Gehäuse aus 316L-Edelstahl, die Lünette, die Krone und die Dornschließe mit schwarzer PVD-Beschichtung und kombiniert die Uhr mit einem passgenauen schwarzen Kautschukarmband. So verändert sich der Charakter der Multifort 8 One Crown, ohne die praktischen Abmessungen oder das automatische Caliber 80 anzutasten, die das ursprüngliche Modell interessant machten.

Trotz der schwarzen PVD-Beschichtung bleiben die satinierten und polierten Gehäuseflächen klar voneinander unterscheidbar.

Von zwei Kronen zu einer

Der Name Multifort reicht bis 1934 zurück, als Mido ihn für eine Uhr verwendete, die auf automatischem Aufzug, Wasserdichtigkeit, Magnetfeldresistenz und Stoßschutz beruhte. Die aktuelle Multifort-8-Familie überträgt diese praktische Idee in eine deutlich modernere Form.

Das erste Multifort-8-Design verwendete zwei Kronen, von denen eine eine innenliegende Drehlünette bediente. Bei der One Crown entfallen dieses zusätzliche Bedienelement und die innere Zeitskala. Dadurch erhält das Zifferblatt mehr Raum, wirkt weniger überladen und das Gehäuse wird flacher. Zugleich wird die Uhr zu einem unkomplizierten Stunden-Minuten-Sekunden-Modell mit Datumsfenster, was für viele Besitzer sinnvoller sein dürfte, die keine Innenlünette benötigen.

Das Gehäuse lässt sich am besten als Design im integrierten Stil beschreiben. Sein Körper geht direkt in das Armband über, während eine achteckige Lünette das runde Zifferblatt umgibt. Die Kombination aus geschwungenen Gehäuseseiten, scharfen Lünettenkanten und sichtbaren Wechseln der Oberflächen verleiht der Uhr deutlich mehr Details, als eine einfache schwarze Kontur vermuten lässt.

Rundes Zifferblatt, achteckige Lünette und geformtes Gehäuse geben der Multifort 8 ihre charakteristische Kontur.

Schwarzes PVD, doch die Finissierung zählt weiterhin

Das Gehäuse besteht aus 316L-Edelstahl und trägt eine schwarze PVD-Beschichtung. PVD, die physikalische Gasphasenabscheidung, bringt eine dünne farbige Schicht auf den Stahl auf; das Metall selbst ist dadurch nicht schwarz. Mido gibt außerdem an, dass die Behandlung die Korrosionsbeständigkeit verbessert.

Eine einzige Farbe auf dem gesamten Gehäuse hätte das Design verbergen können, doch Mido hält die Form durch die Mischung aus satinierten und polierten Bereichen deutlich erkennbar. Die Oberseiten wirken weicher satiniert, während die Kanten der Lünette und einige Gehäusefacetten mehr Licht einfangen. Am Handgelenk sollten diese Unterschiede verhindern, dass die Uhr wie ein flacher Block aus schwarzem Metall wirkt.

Auch die Abmessungen helfen. Das Gehäuse misst 40mm in der Breite, 38,4mm über den Hauptkörper und 44,86mm von oben nach unten, bei nur 9,9mm Höhe. Mit 90g einschließlich Kautschukarmband dürfte sie sich am Handgelenk deutlich leichter anfühlen als eine vergleichbare Uhr an einem vollständigen Stahlarmband. Eine verschraubte Krone und 100 Meter Wasserdichtigkeit machen sie alltagstauglich sowie geeignet für Regen und Schwimmen.

Das Saphirglas ist beidseitig entspiegelt. Bei einer vollständig schwarzen Uhr ist das wichtig, weil Reflexionen das Zifferblatt leicht überdecken und den starken Kontrast mindern können, der den Reiz dieses Modells ausmacht.

Die Seitenansicht zeigt das flache 9,9-mm-Gehäuse und die verschraubte Krone.

Ein schwarzes Zifferblatt, das Textur statt Farbe nutzt

Das Zifferblatt ist mattschwarz, aber nicht schlicht. Feine horizontale Rillen ziehen sich über die Oberfläche und stellen eine klare Verbindung zur gerippten Mitte des Kautschukarmbands her. Außerdem verleihen die Linien dem Zifferblatt Bewegung, wenn sich der Lichteinfall ändert.

Die großen applizierten Indizes sowie Stunden- und Minutenzeiger sind poliert, facettiert und mit weißer Super-LumiNova gefüllt. Eine weiße Minuterie verläuft am äußeren Rand, der dünne zentrale Sekundenzeiger ist diamantpoliert. Diese hellen Elemente machen die Anzeige wesentlich besser ablesbar als ein vollständig geschwärztes Zifferblatt mit dunklen Zeigern.

Das Datum sitzt bei 3 Uhr. Mido verwendet eine weiße Datumsscheibe mit schwarzen Ziffern, statt sie mit einer schwarzen Scheibe zu verbergen. Der bewusste Kontrast beschleunigt das Ablesen, könnte Käufern, die ein vollkommen ununterbrochenes schwarzes Zifferblatt bevorzugen, jedoch auffälliger erscheinen als gewünscht.

Silberfarbene Zeiger und Indizes sorgen für starken Kontrast zum gerillten schwarzen Zifferblatt.

Caliber 80 und eine praktische Dreitagesreserve

Im Inneren arbeitet das automatische Mido Caliber 80 auf Basis des ETA C07.611. Es läuft mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde, besitzt 25 Steine und bietet bis zu 80 Stunden Gangreserve. Praktisch bedeutet das: Die Uhr kann am Freitagabend abgelegt werden und sollte am Montagmorgen beim erneuten Anlegen noch laufen.

Das Werk verwendet außerdem eine Nivachron-Spiralfeder. Diese Spiralfeder auf Titanbasis soll den Einfluss von Magnetfeldern verringern und die Widerstandsfähigkeit gegen Stöße und Temperaturschwankungen verbessern. Für eine Alltagsuhr ist das nützlich, besonders wenn Telefone, Laptop-Hüllen, Lautsprecher und andere magnetische Gegenstände zum normalen Leben gehören.

Mido versteckt das Werk nicht hinter einem massiven schwarzen Boden. Ein Saphirglasfenster zeigt das Caliber 80 und seinen dekorierten Rotor. Das helle Werk bildet einen starken Kontrast zum schwarz PVD-beschichteten Gehäuseboden und bietet dem Besitzer mechanische Details zum Betrachten, wenn die Uhr nicht am Handgelenk liegt.

Der Saphirglas-Sichtboden zeigt das Caliber 80 mit 25 Steinen und seinen dekorierten Rotor.

Integriertes Kautschukarmband mit Schnellwechsel

Das schwarze Kautschukarmband ist so geformt, dass es ohne sichtbaren Spalt an das Gehäuse anschließt. Sein erhabener Mittelbereich führt die Linien des Zifferblatts fort und lässt die Uhr wie ein geschlossenes Gesamtdesign wirken statt wie ein Gehäuse an einem beliebigen Armband.

Mido integriert ein Schnellwechselsystem, sodass sich das Armband ohne Werkzeug abnehmen lässt. Geschlossen wird es mit einer klassischen Dornschließe in passendem schwarzem PVD. Kautschuk passt zum dunklen Design, reduziert das Gesamtgewicht und dürfte die Uhr bei warmem Wetter angenehm machen. Der schmale integrierte Anschluss schränkt die Auswahl an Ersatzbändern jedoch stärker ein als herkömmliche offene Bandanstöße.

Preis und Verfügbarkeit

Die offiziellen regionalen Preise liegen bei 1.150 $ in den USA, 1.100 € in der Eurozone und 870 £ im Vereinigten Königreich. Die Verfügbarkeit unterscheidet sich derzeit je nach Land: Einige europäische Märkte bieten die Uhr zum sofortigen Kauf an, während Kunden in anderen regionalen Mido-Shops eine Benachrichtigung bei Verfügbarkeit anfordern können.

Es handelt sich um ein reguläres Serienmodell und nicht um eine nummerierte limitierte Edition. Das ist eine gute Nachricht für Interessenten, weil dadurch weniger Druck besteht, eine übereilte Entscheidung zu treffen.

Fazit

Die schwarze PVD-Behandlung funktioniert hier gut, weil die Multifort 8 One Crown bereits genügend Winkel, satinierte Flächen und polierte Kanten besitzt, um das Gehäuse interessant zu halten. Ich bevorzuge außerdem die aufgeräumtere One-Crown-Anordnung gegenüber der geschäftigeren Version mit zwei Kronen. Die Höhe von 9,9mm, 100 Meter Wasserdichtigkeit, Saphirglas und das Werk mit 80 Stunden Gangreserve machen sie zu mehr als einer Designübung; das sind praktische Eigenschaften für eine Uhr, die häufig getragen werden kann.

Ich besitze bereits einen auf 999 Exemplare limitierten Mido Commander II COSC Automatic Chronograph M016.415.11.261.00, dessen Verarbeitungsqualität mich beeindruckt hat. Diese Multifort ist eine ganz andere Uhr, doch dieselbe Sorgfalt bei Finissierung und praxisnaher Technik ist leicht wiederzuerkennen.

Mein einziger Vorbehalt gilt dem vollständig schwarzen Finish selbst. Es wirkt markant und modern, ist aber nicht so vielseitig wie die normale Stahlversion, und tiefe Spuren in der PVD-Beschichtung könnten deutlicher auffallen. Passt die dunkle Optik jedoch zur eigenen Sammlung, ist dies eine der bislang aufgeräumtesten Multifort-8-Versionen, und der Preis erscheint angesichts von Materialien, Werk und Detailgrad angemessen.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Mido.