Wer nach einer Automatikuhr für Damen sucht, steht oft vor der Herausforderung, ein Modell jenseits traditioneller Designs zu finden, das nicht übermäßig kompliziert wirkt. Die Timex Celestial Opulence Automatic (TW2T86300) versucht, genau dieses Gleichgewicht zu erreichen. Sie lässt sich vom Nachthimmel inspirieren und verbindet dieses Thema mit einem traditionellen mechanischen Uhrwerk.
Wie viele Besitzerinnen und Besitzer jedoch schnell feststellen, bringt das auffällige Design einen praktischen Nachteil mit sich, den man kennen sollte, bevor die Uhr zum täglichen Begleiter wird.
Der Reiz des Celestial Opulence Designs
Sprechen wir über die größte Stärke der Timex TW2T86300: ihr Aussehen. Das Design dieser Uhr gefällt mir ausgesprochen gut, vor allem die Kombination aus Schwarz und Gold.
Die Uhr kombiniert ein goldfarbenes Edelstahlgehäuse mit einem tiefschwarzen Zifferblatt. Diese klassische Farbkombination passt zu fast allem in meinem Kleiderschrank. Ganz gleich, ob ich nur Jeans und T-Shirt trage oder mich für einen Abend etwas schicker anziehe: Schwarz und Gold fügen sich mühelos ein. Die Optik wirkt edel und warm, doch das Schwarz hält das Erscheinungsbild zurückhaltend, sodass es weder billig noch übermäßig grell aussieht.
Auf dem Zifferblatt erschließt sich die Bezeichnung „Celestial“. Das Motiv des Nachthimmels zeigt sich in kleinen Sternen und Swarovski-Kristallen, die als Stundenindizes dienen. Normalerweise mag ich Kristalle auf Uhren nicht, weil sie schnell kitschig wirken können. Hier sind sie jedoch so klein, dass sie wie ferne Sterne aussehen, die das Licht einfangen.
Ein weiteres gelungenes Detail befindet sich in der Mitte des Zifferblatts. Anstelle eines herkömmlichen, tickenden Sekundenzeigers gibt es eine innere Scheibe mit einem schwebenden Zeiger. Während die Uhr läuft, gleitet dieser kleine Punkt langsam über das Zifferblatt. Das ist ein sehr schlichtes, unaufdringliches Element, das der Uhr dennoch viel Charakter verleiht.
Das Gehäuse misst 38 mm im Durchmesser. Für eine Damenuhr ist das ausgesprochen groß. Ich persönlich mag eine leicht überdimensionierte Optik, deshalb passen 38 mm perfekt an mein Handgelenk. Die Uhr besitzt eine angenehme Präsenz, ohne sich schwer oder klobig anzufühlen.
Ein weiterer kleiner Pluspunkt ist der Federsteg des Armbands mit Schnellwechselsystem. Zum Abnehmen des Armbands benötigt man also kein spezielles Uhrmacherwerkzeug.
Das Design überzeugte mich zwar auf Anhieb, doch nach einigen Jahren mit der Uhr zeigte sich ihre größte Schwäche: das Glas. Wie viele Uhren in dieser Preisklasse verwendet die Timex Celestial Opulence ein Mineralglas.
Der Reiz des Automatikwerks
Wie bereits erwähnt, war das Automatikwerk für mich ein starkes Kaufargument. Mir gefällt der Gedanke, dass die Uhr allein deshalb läuft, weil ich sie trage.
Dreht man die Uhr um, kommt ein Sichtboden zum Vorschein. Der Gehäuseboden ist verglast und gibt dadurch den Blick auf das mechanische Uhrwerk im Inneren frei. Man sieht Zahnräder, kleine Schrauben und den Rotor, der sich beim Bewegen der Uhr dreht. Dieses schöne Detail hätte Timex nicht einbauen müssen, und ich bin froh, dass die Marke es dennoch getan hat. Selbst nach einigen Jahren nehme ich die Uhr manchmal noch ab, nur um dem Uhrwerk durch den Boden bei der Arbeit zuzusehen.
Der große Schwachpunkt: ein Magnet für Kratzer
Bis hierhin klingt mein Test vermutlich sehr positiv. Ich mag diese Uhr tatsächlich sehr. Nun müssen wir jedoch über das Glas sprechen, den Hauptgrund für meine Hassliebe zur Timex TW2T86300.
Das Uhrglas, also der transparente Teil über dem Zifferblatt, der dieses schützt, ist gewölbt. Es ragt in einer abgerundeten Form über das Metallgehäuse hinaus. Optisch sieht ein gewölbtes Glas hervorragend aus. Es verleiht der Uhr ein attraktives, leicht vintagegeprägtes Profil und spielt sehr schön mit dem Licht.
Das Problem entsteht durch die Kombination aus Material und Form. Weil das Glas so weit hervorsteht, trifft es meist als Erstes auf einen Gegenstand, wenn man mit dem Handgelenk irgendwo anstößt. Leider bekommt das Glas dieser Uhr sehr schnell Kratzer.
Langzeitfazit
Wie fällt also mein Fazit zur Timex Celestial Opulence Automatic TW2T86300 aus?
Ehrlich gesagt trage ich sie noch immer. Ich besitze sie seit einigen Jahren, und trotz der ärgerlichen Kratzer entspricht der Kern der Uhr genau meinen Vorstellungen. Das schwarz-goldene Design ist vielseitig, die Größe von 38 mm passt perfekt zu meinem Stil, und ein Automatikwerk in einer Damenuhr zu diesem Preis ist nur schwer zu übertreffen. Besonders gefällt mir der schwebende Zeiger und die Tatsache, dass ich die Uhr nie zum Uhrmacher bringen muss, um eine leere Batterie austauschen zu lassen.
Allerdings kann ich diese Uhr nicht empfehlen, ohne nachdrücklich vor dem Glas zu warnen. Wer erwartet, dass seine Uhr über Jahre hinweg wie neu und makellos aussieht, sollte dieses Modell keinesfalls wählen. Sie wird Kratzer bekommen, und zwar schneller, als man denkt.
Wer hingegen akzeptieren kann, dass die Uhr schnell Gebrauchsspuren und einen deutlich getragenen Charakter entwickelt, erhält eine solide Wahl. Sie ist eine schöne, schlichte und zuverlässige Automatikuhr, die zu fast jedem Outfit passt. Ich wünschte lediglich, Timex hätte zum Schutz dieses schönen Zifferblatts ein etwas widerstandsfähigeres Glas verwendet.
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